„Chaotic Alternative Folk – „Gurdan Thomas“ am 27. Juli

Gurdan Thomas

 

World Music und Pop nur mit akustischen Instrumenten

 

Am 27.Juli findet ein akustisches  Konzert im Craft Bräu statt. Gurdan Thomas und seine Band präsentieren mitreißende und tanzbare Lieder in unserer kleinen Location im Herzen der Mühlstraße.

Wer Akkordeon und Tuba ausschließlich mit bayerischer Volksmusik assoziiert, hat offensichtlich noch nie Gurdan Thomas gehört: Diese äußerst liebenswürdige, chaotische vier köpfige Band webt ihre Songs um zappaeske Texte, malt Arrangements quer über eine eigene, musikalische Landschaft. In allen Farbnuancen von Stimme, Charango, Akkordeon, Ukulele, Tuba, Trompete, Klavier und Percussion. Und mit großem Erfindungsreichtum. Dabei bleiben sie immer Gurdan Thomas – ein bisschen verrückt, innovativ, überschäumend echt und frei in ihrem hochenergetischen, akustischen Klanggebilde. In stillen Momenten klingen sie verletzlich und herzzerreißend zerbrechlich, dann ziehen sie ihre Zuhörer wieder hinein in einen Strudel ansteckender Tanzrhythmen. Man fühlt sich erinnert an Beirut, Ben Folds, The Band, Bonnie ‘Prince’ Billy, Andrew Bird, Colin McIntyre und The Divine Comedy. Und trotzdem: Gurdan Thomas sind, vor allem anderen und mit Nachdruck: sie selbst. Das ist eine Kunst, allein für sich – und besonders, wenn man die herrlich reiche Klangvielfalt hört, die so mühelos herauskommt, wenn die Musiker spielen. Gurdan Thomas haben die Kunst raus, wirklich wunderschöne, eingängige Popsongs zu zaubern, die immer mit einem gewissen Kniff ausgestattet sind. Mal ist das die Melodie, die ungewöhnlich und ein bisschen sperrig anfängt, sich dann aber zu einem epischen Ohrwurm aufschraubt. Mal sind es kleine, feine Spielereien im Arrangement. Eine zirpende Gitarrensaite, ein leicht versetztes Stampfen der Tuba, ein volltönender Bläsersatz, der gleich wieder verschwindet, um einem luftigen, leichten Gitarrenriff Platz zu machen. Dazwischen gibt das Akkordeon, immer passend, immer perfekt gesetzt, eine zusätzliche Farbe. Das wunderschöne an dieser Band ist ihre unerschöpfliche Vielseitigkeit, ihr Augenzwinkern, ihre Verspieltheit. Gleichzeitig das sichere Gespür dafür, wann man etwas weglassen muss, bei den Instrumenten, beim Gesang. Letzterer gilt durchaus als eigenes Instrument: Mehrstimmigkeit wird genau dort eingesetzt, wo sie passt. Stimmen schweben, krächzen, harmonieren, geben sich Tiefe, geben sich Leichtigkeit. Gut, dass man heute nicht mehr für alles einen Stempel braucht. Gurdan Thomas ist nicht Folk, ist nicht Pop, ist nicht Weltmusik. Gurdan Thomas machen aus sich heraus das Beste von allem. Dass diese vier Musiker so bei sich selbst sind, das ist die große Kunst hinter diesem Projekt. Jeder Handgriff sitzt, ganz selbstverständlich, und musikalisch kommt das mit einer Leichtigkeit daher, die einen schwindlig werden lässt. Egal, ob es gerade ein stampfender Balkan-Rhythmus ist oder ein leichter Walzer, eine wundervoll verschwurbelte Popnummer oder ein Chanson, ein treibendes Tanzlied oder ein sich hymnisch steigernder Folksong. Herrlich sind die Akzente, die man manchmal erst beim zweiten, beim dritten Mal hört, in die man sich sofort verliebt, auf die man wartet, weil sie zeigen, dass nichts aus der Konserve kommt bei Gurdan Thomas. Das ist liebevoll arrangierte Kunst, verspielt, anarchisch. Musik mit Verstand, aber vor allem: Herz.

Das Konzert beginnt etwa um 19.30, der Eintritt ist, wie immer, frei, es wird mit dem Hut gesammelt.